Mehrwertsteuer-Rechner

MwSt rauf- oder runterrechnen

{{ __t('net') }}{{ result.net }}
{{ __t('vat_amount') }} ({{ rate }}%){{ result.vat }}
{{ __t('gross') }}{{ result.gross }}

Was ist die Mehrwertsteuer?

Die Mehrwertsteuer (MwSt), in Deutschland offiziell Umsatzsteuer (USt) genannt, ist eine indirekte Verbrauchsteuer. Sie wird auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben und am Ende vom Endverbraucher getragen. Unternehmen ziehen die Steuer vom Kunden ein und führen sie an das Finanzamt ab — sie sind also nur ein Durchlaufposten.

Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette wird die Steuer aufgeschlagen, gleichzeitig dürfen Unternehmen die selbst gezahlte MwSt (Vorsteuer) abziehen. So entsteht effektiv eine Steuer auf den Mehrwert, den jede Stufe hinzufügt — daher der Name.

Brutto, Netto und MwSt — was bedeutet was?

  • Netto — der reine Warenwert ohne MwSt. So rechnen Unternehmen untereinander (B2B).
  • MwSt-Betrag — die auf den Netto-Wert berechnete Steuer.
  • Brutto — das, was der Endkunde tatsächlich zahlt: Netto + MwSt.

Die Formeln im Detail

Mit dem Steuersatz p in Prozent gilt:

Brutto = Netto × (1 + p/100)
Netto  = Brutto / (1 + p/100)
MwSt   = Brutto - Netto

Wichtig: Den MwSt-Anteil aus einem Brutto-Preis bekommt man nicht, indem man einfach p% davon nimmt — der Divisor muss benutzt werden, sonst kommt ein zu hoher MwSt-Betrag heraus. Bei 19 % MwSt entspricht der Steueranteil im Brutto rund 15,97 %, nicht 19 %.

Mehrwertsteuersätze in Europa (Stand 2026, ohne Gewähr)

LandStandardsatzErmäßigte Sätze
Deutschland19 %7 %
Österreich20 %10 %, 13 %
Schweiz8,1 %2,6 %, 3,8 %
Frankreich20 %10 %, 5,5 %, 2,1 %
Italien22 %10 %, 5 %, 4 %
Spanien21 %10 %, 4 %
Polen23 %8 %, 5 %
Niederlande21 %9 %
Großbritannien20 %5 %
Schweden25 %12 %, 6 %

Welcher Satz gilt für was?

Die genaue Zuordnung ist je Land unterschiedlich, aber als grobe Daumenregel:

  • Standardsatz (z. B. 19 %, 20 %, 22 %) — die meisten Waren und Dienstleistungen: Elektronik, Möbel, Kleidung, Restaurantbesuch, Handwerkerleistungen, Software.
  • Ermäßigter Satz (z. B. 5–10 %) — Grundnahrungsmittel, Bücher und E-Books, Zeitungen, Tickets für Kultur und ÖPNV, oft auch Hotelübernachtungen.
  • Stark ermäßigt / null — in einigen Ländern bestimmte Medikamente, medizinische Hilfsmittel, manchmal Kinderkleidung.
  • Steuerfrei — z. B. Mieten von Wohnraum, viele Bank- und Versicherungsleistungen, Bildung, ärztliche Leistungen.

Beispielrechnung Schritt für Schritt

Du kaufst eine Ware für brutto 119 € mit 19 % MwSt und willst wissen, wie viel Netto und MwSt darin stecken.

Netto = 119 / (1 + 0,19) = 119 / 1,19 = 100,00 €
MwSt  = 119 - 100,00 = 19,00 €

Andersherum: Nettopreis 250 € + 7 % ermäßigte MwSt:

Brutto = 250 × (1 + 0,07) = 250 × 1,07 = 267,50 €
MwSt   = 17,50 €

Häufige Fragen

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Die gesamte Berechnung läuft direkt in deinem Browser. Es werden keine Beträge an einen Server geschickt, nichts wird gespeichert oder geloggt.

Welcher MwSt-Satz gilt in Deutschland?

Aktuell gilt der Standardsatz von 19 % und ein ermäßigter Satz von 7 % (z. B. für Grundnahrungsmittel, Bücher, Hotelübernachtungen, ÖPNV). Für Bauleistungen und Spezialfälle gibt es Sonderregelungen.

Wie behandle ich Rabatte mit MwSt?

Üblich und steuerlich sauber ist: Rabatt vor der MwSt anwenden. Aus dem rabattierten Netto-Betrag wird dann die MwSt berechnet und auf die Endsumme aufgeschlagen. Rechnungspositionen müssen den Rabatt und die Bemessungsgrundlage transparent ausweisen.

Was ist Vorsteuer?

Vorsteuer ist die MwSt, die ein Unternehmen selbst beim Einkauf an Lieferanten zahlt. Ist das Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt (regulär umsatzsteuerpflichtig), kann es diesen Betrag vom Finanzamt zurückbekommen bzw. mit der eingenommenen Umsatzsteuer verrechnen. So zahlt das Unternehmen effektiv nur die MwSt auf seinen eigenen Mehrwert.

Ersetzt dieser Rechner eine Steuerberatung?

Nein. Der Rechner zeigt nur die reine mathematische Beziehung zwischen Netto, Brutto und MwSt-Satz. Steuersätze, Sondertatbestände, Reverse-Charge, Kleinunternehmerregelung oder grenzüberschreitende Lieferungen sind ein eigenes Feld — bei verbindlichen Fragen wende dich an deinen Steuerberater oder die zuständige Finanzbehörde.

Verwandte Tools

Wie Mehrwertsteuer wirklich funktioniert — und warum sie der Endkunde zahlt

Die Umsatzsteuer (in Deutschland kurz USt, umgangssprachlich Mehrwertsteuer) ist eine indirekte Steuer auf den Endverbrauch — auch wenn sie technisch auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette erhoben wird. Das Prinzip ist genial einfach: Jeder Unternehmer schlägt auf seine Leistung 19 oder 7 Prozent USt auf, führt diese ans Finanzamt ab, darf aber die Umsatzsteuer auf seine Vorleistungen ("Vorsteuer") gegenrechnen. Damit zahlt jedes Glied der Kette nur den Steueranteil auf seinen eigenen Wertschöpfungsbeitrag. Der Endverbraucher kann jedoch keine Vorsteuer abziehen — bei ihm bleibt die gesamte Steuer hängen. Geregelt ist das in Deutschland im Umsatzsteuergesetz (UStG), das die EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie (2006/112/EG) umsetzt.

Praktisches Beispiel: Ein Schreiner kauft Holz für 100 Euro netto + 19 Euro USt = 119 Euro brutto. Er fertigt daraus einen Tisch und verkauft ihn für 300 Euro netto + 57 Euro USt = 357 Euro brutto. Ans Finanzamt führt er 57 minus 19 = 38 Euro ab. Würde der Schreiner an einen anderen Unternehmer verkaufen, könnte dieser die 57 Euro Vorsteuer wiederum gegenrechnen — am Ende zahlt nur der private Endkunde die volle Steuerlast von 57 Euro. Aus Sicht des Staates ist die USt deshalb eine extrem effiziente Einnahmequelle: 2024 ist sie mit rund 320 Milliarden Euro der größte Posten im Bundeshaushalt, noch vor der Einkommensteuer.

Der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt in Deutschland für Güter und Leistungen, die der Gesetzgeber als besonders förderungswürdig oder grundbedarfsnah einstuft: Lebensmittel (außer Getränke), Bücher, E-Books, Zeitungen, Personennahverkehr unter 50 Kilometer, Eintrittskarten für Theater und Museen sowie Übernachtungen im Hotel. Die Abgrenzung ist oft kurios: Eine Banane ist mit 7 Prozent besteuert, ein Bananensplit im Restaurant mit 19 Prozent. Spielzeug 19 Prozent, Hörbücher 7 Prozent — auch wenn nur Audio. Diese Abgrenzungen sorgen für viel Diskussion und in den letzten Jahren immer wieder politische Vorstöße, etwa die temporäre Senkung auf 5/16 Prozent während der Corona-Pandemie 2020 oder die zeitlich befristete 7-Prozent-Regel für Gastronomie 2020 bis 2023.

Konkrete Beispielrechnungen für typische Einkäufe

Die folgenden Beispiele zeigen die Aufteilung in Netto, USt und Brutto bei verschiedenen Steuersätzen.

  • Smartphone, brutto 1.200 € bei 19 % USt: Netto rund 1.008,40 €, USt-Anteil 191,60 €.
  • Wochenendeinkauf Lebensmittel, brutto 80 € bei 7 % USt: Netto 74,77 €, USt-Anteil 5,23 €.
  • Handwerker-Rechnung Heizungsservice, netto 320 € bei 19 % USt: Brutto 380,80 €, USt 60,80 €. Davon können bis zu 20 % der Lohnkosten (max. 1.200 € pro Jahr) als haushaltsnahe Dienstleistung von der Einkommensteuer abgesetzt werden.
  • Restaurantbesuch zu zweit, brutto 100 € bei 19 % USt (seit 2024 wieder auf Speisen): Netto 84,03 €, USt 15,97 €.
  • Hotelübernachtung, brutto 150 € bei 7 % USt: Netto 140,19 €, USt 9,81 € — Gastronomie zur Übernachtung war 2020-2023 mit 7 % besteuert, ab 2024 für Speisen wieder 19 %.

Grenzen des Rechners

Der Rechner setzt einen einzigen Steuersatz pro Rechnung voraus. In der Realität enthalten viele Belege gemischte Sätze — zum Beispiel ein Supermarkteinkauf mit Lebensmitteln (7 %) und Getränken oder Drogerieartikeln (19 %), oder eine Restaurantrechnung mit Speisen und Getränken. Außerdem berücksichtigt der Rechner keine Sonderfälle wie steuerfreie Umsätze (medizinische Leistungen, Schulungen, Briefporto), Differenzbesteuerung beim Gebrauchtwarenhandel, innergemeinschaftliche Erwerbe oder Reverse-Charge-Verfahren. Für die Umsatzsteuervoranmeldung von Unternehmen reicht der Rechner nicht — dafür braucht es eine vollständige Buchhaltung. Bei Auslandseinkäufen aus dem Nicht-EU-Raum kommen Einfuhrumsatzsteuer und Zoll hinzu. Diese Seite ist Information und keine Steuerberatung; bei verbindlichen Fragen einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt konsultieren.

Hinweis: Dieser Rechner ist nur zur unverbindlichen Orientierung. Für verbindliche Auskünfte konsultiere einen Steuerberater oder die zuständige Finanzverwaltung.