MwSt rauf- oder runterrechnen
Die Mehrwertsteuer (MwSt), in Deutschland offiziell Umsatzsteuer (USt) genannt, ist eine indirekte Verbrauchsteuer. Sie wird auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben und am Ende vom Endverbraucher getragen. Unternehmen ziehen die Steuer vom Kunden ein und führen sie an das Finanzamt ab — sie sind also nur ein Durchlaufposten.
Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette wird die Steuer aufgeschlagen, gleichzeitig dürfen Unternehmen die selbst gezahlte MwSt (Vorsteuer) abziehen. So entsteht effektiv eine Steuer auf den Mehrwert, den jede Stufe hinzufügt — daher der Name.
Mit dem Steuersatz p in Prozent gilt:
Brutto = Netto × (1 + p/100) Netto = Brutto / (1 + p/100) MwSt = Brutto - Netto
Wichtig: Den MwSt-Anteil aus einem Brutto-Preis bekommt man nicht, indem man einfach p% davon nimmt — der Divisor muss benutzt werden, sonst kommt ein zu hoher MwSt-Betrag heraus. Bei 19 % MwSt entspricht der Steueranteil im Brutto rund 15,97 %, nicht 19 %.
| Land | Standardsatz | Ermäßigte Sätze |
|---|---|---|
| Deutschland | 19 % | 7 % |
| Österreich | 20 % | 10 %, 13 % |
| Schweiz | 8,1 % | 2,6 %, 3,8 % |
| Frankreich | 20 % | 10 %, 5,5 %, 2,1 % |
| Italien | 22 % | 10 %, 5 %, 4 % |
| Spanien | 21 % | 10 %, 4 % |
| Polen | 23 % | 8 %, 5 % |
| Niederlande | 21 % | 9 % |
| Großbritannien | 20 % | 5 % |
| Schweden | 25 % | 12 %, 6 % |
Die genaue Zuordnung ist je Land unterschiedlich, aber als grobe Daumenregel:
Du kaufst eine Ware für brutto 119 € mit 19 % MwSt und willst wissen, wie viel Netto und MwSt darin stecken.
Netto = 119 / (1 + 0,19) = 119 / 1,19 = 100,00 € MwSt = 119 - 100,00 = 19,00 €
Andersherum: Nettopreis 250 € + 7 % ermäßigte MwSt:
Brutto = 250 × (1 + 0,07) = 250 × 1,07 = 267,50 € MwSt = 17,50 €
Nein. Die gesamte Berechnung läuft direkt in deinem Browser. Es werden keine Beträge an einen Server geschickt, nichts wird gespeichert oder geloggt.
Aktuell gilt der Standardsatz von 19 % und ein ermäßigter Satz von 7 % (z. B. für Grundnahrungsmittel, Bücher, Hotelübernachtungen, ÖPNV). Für Bauleistungen und Spezialfälle gibt es Sonderregelungen.
Üblich und steuerlich sauber ist: Rabatt vor der MwSt anwenden. Aus dem rabattierten Netto-Betrag wird dann die MwSt berechnet und auf die Endsumme aufgeschlagen. Rechnungspositionen müssen den Rabatt und die Bemessungsgrundlage transparent ausweisen.
Vorsteuer ist die MwSt, die ein Unternehmen selbst beim Einkauf an Lieferanten zahlt. Ist das Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt (regulär umsatzsteuerpflichtig), kann es diesen Betrag vom Finanzamt zurückbekommen bzw. mit der eingenommenen Umsatzsteuer verrechnen. So zahlt das Unternehmen effektiv nur die MwSt auf seinen eigenen Mehrwert.
Nein. Der Rechner zeigt nur die reine mathematische Beziehung zwischen Netto, Brutto und MwSt-Satz. Steuersätze, Sondertatbestände, Reverse-Charge, Kleinunternehmerregelung oder grenzüberschreitende Lieferungen sind ein eigenes Feld — bei verbindlichen Fragen wende dich an deinen Steuerberater oder die zuständige Finanzbehörde.
Die Umsatzsteuer (in Deutschland kurz USt, umgangssprachlich Mehrwertsteuer) ist eine indirekte Steuer auf den Endverbrauch — auch wenn sie technisch auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette erhoben wird. Das Prinzip ist genial einfach: Jeder Unternehmer schlägt auf seine Leistung 19 oder 7 Prozent USt auf, führt diese ans Finanzamt ab, darf aber die Umsatzsteuer auf seine Vorleistungen ("Vorsteuer") gegenrechnen. Damit zahlt jedes Glied der Kette nur den Steueranteil auf seinen eigenen Wertschöpfungsbeitrag. Der Endverbraucher kann jedoch keine Vorsteuer abziehen — bei ihm bleibt die gesamte Steuer hängen. Geregelt ist das in Deutschland im Umsatzsteuergesetz (UStG), das die EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie (2006/112/EG) umsetzt.
Praktisches Beispiel: Ein Schreiner kauft Holz für 100 Euro netto + 19 Euro USt = 119 Euro brutto. Er fertigt daraus einen Tisch und verkauft ihn für 300 Euro netto + 57 Euro USt = 357 Euro brutto. Ans Finanzamt führt er 57 minus 19 = 38 Euro ab. Würde der Schreiner an einen anderen Unternehmer verkaufen, könnte dieser die 57 Euro Vorsteuer wiederum gegenrechnen — am Ende zahlt nur der private Endkunde die volle Steuerlast von 57 Euro. Aus Sicht des Staates ist die USt deshalb eine extrem effiziente Einnahmequelle: 2024 ist sie mit rund 320 Milliarden Euro der größte Posten im Bundeshaushalt, noch vor der Einkommensteuer.
Der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt in Deutschland für Güter und Leistungen, die der Gesetzgeber als besonders förderungswürdig oder grundbedarfsnah einstuft: Lebensmittel (außer Getränke), Bücher, E-Books, Zeitungen, Personennahverkehr unter 50 Kilometer, Eintrittskarten für Theater und Museen sowie Übernachtungen im Hotel. Die Abgrenzung ist oft kurios: Eine Banane ist mit 7 Prozent besteuert, ein Bananensplit im Restaurant mit 19 Prozent. Spielzeug 19 Prozent, Hörbücher 7 Prozent — auch wenn nur Audio. Diese Abgrenzungen sorgen für viel Diskussion und in den letzten Jahren immer wieder politische Vorstöße, etwa die temporäre Senkung auf 5/16 Prozent während der Corona-Pandemie 2020 oder die zeitlich befristete 7-Prozent-Regel für Gastronomie 2020 bis 2023.
Die folgenden Beispiele zeigen die Aufteilung in Netto, USt und Brutto bei verschiedenen Steuersätzen.
Der Rechner setzt einen einzigen Steuersatz pro Rechnung voraus. In der Realität enthalten viele Belege gemischte Sätze — zum Beispiel ein Supermarkteinkauf mit Lebensmitteln (7 %) und Getränken oder Drogerieartikeln (19 %), oder eine Restaurantrechnung mit Speisen und Getränken. Außerdem berücksichtigt der Rechner keine Sonderfälle wie steuerfreie Umsätze (medizinische Leistungen, Schulungen, Briefporto), Differenzbesteuerung beim Gebrauchtwarenhandel, innergemeinschaftliche Erwerbe oder Reverse-Charge-Verfahren. Für die Umsatzsteuervoranmeldung von Unternehmen reicht der Rechner nicht — dafür braucht es eine vollständige Buchhaltung. Bei Auslandseinkäufen aus dem Nicht-EU-Raum kommen Einfuhrumsatzsteuer und Zoll hinzu. Diese Seite ist Information und keine Steuerberatung; bei verbindlichen Fragen einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt konsultieren.
Hinweis: Dieser Rechner ist nur zur unverbindlichen Orientierung. Für verbindliche Auskünfte konsultiere einen Steuerberater oder die zuständige Finanzverwaltung.