Welche Heizung ist auf 20 Jahre am günstigsten?

Vergleiche Wärmepumpe, Gas, Heizöl und Pellet inkl. Investition, Preissteigerung und Gesamtkosten.

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So funktioniert der Heizungs-Vergleich

Aus deiner Wohnfläche und dem Heizenergiebedarf pro Quadratmeter ergibt sich der jährliche Wärmebedarf in kWh. Daraus berechnet der Rechner pro System den nötigen Brennstoff- bzw. Stromverbrauch unter Berücksichtigung von Wirkungsgrad (Gas/Öl) bzw. Jahresarbeitszahl (Wärmepumpe). Über den Vergleichszeitraum werden Investition, jährliche Energiekosten und eine wählbare Preissteigerung addiert.

Wärmepumpe vs. Gas — was kommt 2026 günstiger?

Bei modernen, gut gedämmten Häusern (40–80 kWh/m²) und einer JAZ ab 3,5 spielt die Wärmepumpe ihre Stärken aus — Strom ist pro kWh teurer, aber dank Effizienz braucht man pro kWh Wärme deutlich weniger Energie als bei Gas. Bei Altbauten mit hohem Heizbedarf und alten Heizkörpern kann Gas oder Pellet noch günstiger sein. Der CO2-Preis steigt jährlich und macht fossile Brennstoffe perspektivisch teurer.

Was die Rechnung NICHT abdeckt

  • Wartungs- und Reparaturkosten variieren stark und sind hier nicht enthalten.
  • PV-Eigenverbrauch kann den Wärmepumpenstrom drastisch günstiger machen.
  • Förderprogramme (BAFA/KfW) ändern sich — Konditionen vor Auftrag prüfen.
  • CO2-Preis steigt jährlich und macht Gas/Öl perspektivisch teurer als hier modelliert.

Was Wärmepumpe, Gas, Öl und Pellet wirklich kosten — über 20 Jahre gerechnet

Die Entscheidung für eine Heizung ist eine 15- bis 25-Jahres-Investition. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und einem spezifischen Heizwärmebedarf von 120 kWh/m²·Jahr (ein nach 1990 saniertes Bestandshaus) fallen jährlich rund 15.600 kWh Heizenergie an. Ein Gasbrennwertkessel mit 95 Prozent Wirkungsgrad braucht dafür 16.400 kWh Erdgas — bei 12 Cent pro kWh sind das 1.970 Euro im Jahr eins. Eine moderne Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,5 benötigt nur 4.460 kWh Strom — bei einem speziellen Wärmepumpentarif von 0,30 Euro/kWh sind das 1.340 Euro pro Jahr.

Auf den ersten Blick liegen die Gas-Jahreskosten höher, aber der echte Unterschied entsteht über Jahrzehnte. Bei 3 Prozent jährlicher Preissteigerung kostet das Heizen mit Gas im Jahr 20 schon 3.450 Euro, mit der Wärmepumpe 2.350 Euro. Kumuliert über 20 Jahre zahlt der Gasheizer etwa 52.900 Euro für Brennstoff plus 12.000 Euro Investition, also rund 64.900 Euro. Die Wärmepumpe summiert sich auf rund 35.900 Euro Strom plus 28.000 Euro Investition (nach BAFA-Förderung) — etwa 63.900 Euro. In diesem Szenario ist die Wärmepumpe gleichauf und ab Jahr 21 deutlich günstiger. Bei höheren Energiepreisen oder besserer JAZ kippt das Bild stärker zugunsten der Wärmepumpe.

Drei Faktoren werden in der laienhaften Diskussion oft unterschätzt: erstens der CO2-Preis (in Deutschland 45 Euro/t 2024, ansteigend auf 55 Euro/t 2025 und höher danach), der Erdgas und Heizöl pro Jahr um etwa 1 bis 1,5 Cent/kWh teurer macht. Zweitens die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe — in einem schlecht gedämmten Altbau mit Heizkörpern statt Fußbodenheizung kann sie auf 2,5 fallen und die Wirtschaftlichkeit ruinieren. Drittens das Gebäudeenergiegesetz (GEG, „Heizungsgesetz") seit 2024: Neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen ab spätestens 2045 mit 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden — fossil reine Anlagen verlieren also zunehmend Bestandsschutz.

Die zugrunde liegende Formel

Aus Wohnfläche, spezifischem Heizwärmebedarf, Wirkungsgrad bzw. JAZ und Energiepreis ergeben sich die jährlichen Kosten — der Rechner kumuliert sie mit Preissteigerung über den Horizont:

Heizwärmebedarf_Jahr = Wohnfläche_m² * spezifischer_Bedarf_kWh/m²
Brennstoffbedarf = Heizwärmebedarf / Wirkungsgrad      (Gas/Öl/Pellet)
Stromverbrauch_WP = Heizwärmebedarf / JAZ              (Wärmepumpe)
Kosten_Jahr_y = Brennstoff/Strom * Preis * (1 + Preissteigerung)^(y-1)
Gesamtkosten = Investition + Summe aller Kosten_Jahr_y

Konkrete Heizkosten-Beispiele

Alle Beispiele für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und 20 Jahre Horizont bei 3 % Preissteigerung.

  • Gas-Brennwert (95 % Wirkungsgrad, 0,12 €/kWh): Jahr 1 ca. 1.970 € — über 20 Jahre kumuliert rund 52.900 € Brennstoff + 12.000 € Investition = 64.900 €.
  • Ölheizung (92 % Wirkungsgrad, 1,10 €/L, 10 kWh/L): Jahr 1 ca. 1.870 € — 20-Jahres-Summe rund 64.200 € inkl. 14.000 € Investition.
  • Pelletkessel (88 % Wirkungsgrad, 350 €/t, 4,8 kWh/kg): Jahr 1 ca. 1.290 € — 20-Jahres-Summe rund 56.700 € inkl. 22.000 € Investition. Holzpreise schwanken jedoch deutlich.
  • Wärmepumpe mit JAZ 3,5 und Wärmepumpentarif 0,30 €/kWh: Jahr 1 ca. 1.340 € — 20-Jahres-Summe rund 63.900 € inkl. 28.000 € Investition nach BAFA-Förderung.
  • Wärmepumpe mit JAZ 4,5 (sehr gut gedämmtes Haus, Flächenheizung): Jahr 1 nur 1.040 €, 20-Jahres-Summe rund 55.000 € — klarer Sieger im Lebenszyklusvergleich.

Wann der Rechner an Grenzen kommt

Der Vergleich abstrahiert von vielen Details, die im Einzelfall entscheidend sein können: Wartungskosten (typisch 200 bis 400 Euro pro Jahr für Gas/Öl, 100 bis 200 für Wärmepumpe) werden nicht eingerechnet. Schornsteinfeger-Gebühren entfallen bei Wärmepumpe und Pelletheizung teilweise. Heizkostenabrechnungen, Mehrkosten für Pufferspeicher oder hydraulischen Abgleich, Bohrkosten bei Sole-Wasser-Wärmepumpen — all das fehlt. Der CO2-Preis ist nur indirekt über die allgemeine Preissteigerung abgebildet; im Realszenario steigt er stärker als andere Energiekosten. Für eine fundierte Entscheidung lohnt ein professioneller Energieberater (BAFA-zertifiziert, Beratung wird mit 50 bis 80 Prozent bezuschusst). Bei einem Investitionsvolumen von 20.000 bis 30.000 Euro sind die 500 Euro Beraterhonorar gut investiertes Geld. Diese Seite ist Information, keine Energieberatung.

Häufige Fragen zu Heizkosten und Heizungstausch

Welche Heizung ist 2026 am günstigsten?
Auf 20 Jahre gerechnet liegen Wärmepumpe und Gas in der Regel eng beieinander — entscheidend sind Gebäudequalität (JAZ der Wärmepumpe), Strompreis und CO2-Preis. In gut gedämmten Neubauten mit Flächenheizung gewinnt die Wärmepumpe fast immer; in schlecht gedämmten Altbauten mit Heizkörpern kann Gas oder Pellet günstiger bleiben — bis das Gebäudeenergiegesetz 2045 greift.
Wie hoch ist die BAFA-Förderung für eine Wärmepumpe?
Seit der Reform 2024 gibt es eine Grundförderung von 30 Prozent der Investition (max. 30.000 Euro förderfähige Kosten), plus 20 Prozent Klima-Geschwindigkeitsbonus bei Tausch alter fossiler Heizungen vor 2028, plus 30 Prozent Einkommensbonus bei Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro — kombiniert bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Für ein 28.000-Euro-Gerät kann das eine Förderung von bis zu 19.600 Euro bedeuten.
Lohnt sich eine Wärmepumpe in einem Altbau?
Ja, wenn die Jahresarbeitszahl (JAZ) realistisch über 3,0 liegt. Das setzt eine ausreichende Dämmung und idealerweise eine Flächenheizung (Fußboden/Wand) oder gut dimensionierte Niedertemperatur-Heizkörper voraus. Bei JAZ unter 2,5 wird Wärmepumpenstrom teurer als Gas — ein hydraulischer Abgleich und Heizkörpertausch sind dann meist wirtschaftliche Voraussetzungen.
Wie viel Heizenergie braucht ein typisches Einfamilienhaus?
Faustwerte je nach Baujahr und Sanierungsstand: KfW-40-Neubau ca. 30 bis 40 kWh/m²·Jahr, Neubau Standard 60 bis 80 kWh/m²·Jahr, saniertes Bestandshaus 100 bis 130 kWh/m²·Jahr, unsanierter Altbau 180 bis 250 kWh/m²·Jahr. Bei 130 m² Wohnfläche reicht die Spanne der Jahresheizmenge also von 3.900 bis 32.500 kWh.
Was kostet der CO2-Preis pro Jahr für meine Gasheizung?
Der nationale CO2-Preis liegt 2024 bei 45 Euro pro Tonne, 2025 bei 55 Euro/t. Erdgas verursacht etwa 0,2 kg CO2 pro kWh, Heizöl rund 0,27 kg/kWh. Bei 16.400 kWh Gasverbrauch fallen also 2025 rund 180 Euro CO2-Aufschlag an, der Preis steigt voraussichtlich auf 65 bis 80 Euro/t bis 2027 — also etwa 260 Euro/Jahr. Ab 2027 wird zudem der EU-Emissionshandel ETS 2 wirksam, der den Preis weiter treiben könnte.
Muss ich meine alte Gasheizung 2027 austauschen?
Nein, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt keinen pauschalen Austauschzwang. Bestandsheizungen dürfen bis zu einer Lebensdauer von 30 Jahren ab Einbau weiterbetrieben werden; Ausnahmen bestehen u. a. für Eigentümer ab 80 Jahren. Bei einem Defekt der alten Heizung greifen Übergangsfristen von typischerweise 5 Jahren, in denen Reparatur oder Übergangslösungen möglich sind. Erst ab 2045 müssen alle Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie laufen.

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