Vergleiche Wärmepumpe, Gas, Heizöl und Pellet inkl. Investition, Preissteigerung und Gesamtkosten.
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Aus deiner Wohnfläche und dem Heizenergiebedarf pro Quadratmeter ergibt sich der jährliche Wärmebedarf in kWh. Daraus berechnet der Rechner pro System den nötigen Brennstoff- bzw. Stromverbrauch unter Berücksichtigung von Wirkungsgrad (Gas/Öl) bzw. Jahresarbeitszahl (Wärmepumpe). Über den Vergleichszeitraum werden Investition, jährliche Energiekosten und eine wählbare Preissteigerung addiert.
Bei modernen, gut gedämmten Häusern (40–80 kWh/m²) und einer JAZ ab 3,5 spielt die Wärmepumpe ihre Stärken aus — Strom ist pro kWh teurer, aber dank Effizienz braucht man pro kWh Wärme deutlich weniger Energie als bei Gas. Bei Altbauten mit hohem Heizbedarf und alten Heizkörpern kann Gas oder Pellet noch günstiger sein. Der CO2-Preis steigt jährlich und macht fossile Brennstoffe perspektivisch teurer.
Die Entscheidung für eine Heizung ist eine 15- bis 25-Jahres-Investition. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und einem spezifischen Heizwärmebedarf von 120 kWh/m²·Jahr (ein nach 1990 saniertes Bestandshaus) fallen jährlich rund 15.600 kWh Heizenergie an. Ein Gasbrennwertkessel mit 95 Prozent Wirkungsgrad braucht dafür 16.400 kWh Erdgas — bei 12 Cent pro kWh sind das 1.970 Euro im Jahr eins. Eine moderne Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,5 benötigt nur 4.460 kWh Strom — bei einem speziellen Wärmepumpentarif von 0,30 Euro/kWh sind das 1.340 Euro pro Jahr.
Auf den ersten Blick liegen die Gas-Jahreskosten höher, aber der echte Unterschied entsteht über Jahrzehnte. Bei 3 Prozent jährlicher Preissteigerung kostet das Heizen mit Gas im Jahr 20 schon 3.450 Euro, mit der Wärmepumpe 2.350 Euro. Kumuliert über 20 Jahre zahlt der Gasheizer etwa 52.900 Euro für Brennstoff plus 12.000 Euro Investition, also rund 64.900 Euro. Die Wärmepumpe summiert sich auf rund 35.900 Euro Strom plus 28.000 Euro Investition (nach BAFA-Förderung) — etwa 63.900 Euro. In diesem Szenario ist die Wärmepumpe gleichauf und ab Jahr 21 deutlich günstiger. Bei höheren Energiepreisen oder besserer JAZ kippt das Bild stärker zugunsten der Wärmepumpe.
Drei Faktoren werden in der laienhaften Diskussion oft unterschätzt: erstens der CO2-Preis (in Deutschland 45 Euro/t 2024, ansteigend auf 55 Euro/t 2025 und höher danach), der Erdgas und Heizöl pro Jahr um etwa 1 bis 1,5 Cent/kWh teurer macht. Zweitens die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe — in einem schlecht gedämmten Altbau mit Heizkörpern statt Fußbodenheizung kann sie auf 2,5 fallen und die Wirtschaftlichkeit ruinieren. Drittens das Gebäudeenergiegesetz (GEG, „Heizungsgesetz") seit 2024: Neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen ab spätestens 2045 mit 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden — fossil reine Anlagen verlieren also zunehmend Bestandsschutz.
Aus Wohnfläche, spezifischem Heizwärmebedarf, Wirkungsgrad bzw. JAZ und Energiepreis ergeben sich die jährlichen Kosten — der Rechner kumuliert sie mit Preissteigerung über den Horizont:
Heizwärmebedarf_Jahr = Wohnfläche_m² * spezifischer_Bedarf_kWh/m²
Brennstoffbedarf = Heizwärmebedarf / Wirkungsgrad (Gas/Öl/Pellet)
Stromverbrauch_WP = Heizwärmebedarf / JAZ (Wärmepumpe)
Kosten_Jahr_y = Brennstoff/Strom * Preis * (1 + Preissteigerung)^(y-1)
Gesamtkosten = Investition + Summe aller Kosten_Jahr_y
Alle Beispiele für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und 20 Jahre Horizont bei 3 % Preissteigerung.
Der Vergleich abstrahiert von vielen Details, die im Einzelfall entscheidend sein können: Wartungskosten (typisch 200 bis 400 Euro pro Jahr für Gas/Öl, 100 bis 200 für Wärmepumpe) werden nicht eingerechnet. Schornsteinfeger-Gebühren entfallen bei Wärmepumpe und Pelletheizung teilweise. Heizkostenabrechnungen, Mehrkosten für Pufferspeicher oder hydraulischen Abgleich, Bohrkosten bei Sole-Wasser-Wärmepumpen — all das fehlt. Der CO2-Preis ist nur indirekt über die allgemeine Preissteigerung abgebildet; im Realszenario steigt er stärker als andere Energiekosten. Für eine fundierte Entscheidung lohnt ein professioneller Energieberater (BAFA-zertifiziert, Beratung wird mit 50 bis 80 Prozent bezuschusst). Bei einem Investitionsvolumen von 20.000 bis 30.000 Euro sind die 500 Euro Beraterhonorar gut investiertes Geld. Diese Seite ist Information, keine Energieberatung.