Trinkgeld-Rechner

Rechnung schnell aufteilen

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Wie viel Trinkgeld ist üblich?

Trinkgeld ist überall auf der Welt unterschiedlich — in den USA ist es Teil des Einkommens des Servicepersonals, in Japan kann es als Beleidigung gelten. Als grober Überblick:

  • USA / Kanada: 15–20 % im Restaurant, 1 USD pro Getränk an der Bar.
  • Deutschland / Österreich: 5–10 % oder aufrunden — kein Zwang, aber im Service üblich.
  • Italien: oft schon „coperto"/„servizio" auf der Rechnung; sonst 5–10 %.
  • Frankreich: „service compris" — Trinkgeld optional, 5–10 % bei gutem Service.
  • Japan: Kein Trinkgeld — es kann sogar als unhöflich empfunden werden.
  • Großbritannien: 10–12,5 %, oft schon als „service charge" auf der Rechnung.

Auf Reisen schadet es nicht, vorher kurz die lokalen Gepflogenheiten nachzulesen.

Trinkgeld-Etikette nach Land

LandÜblicher SatzHinweis
USA / Kanada15–20 %Praktisch Pflicht, Teil des Lohns.
Deutschland5–10 %Aufrunden ist okay; direkt der Bedienung übergeben.
Österreich5–10 %Wie Deutschland; "Stimmt so" beim Bezahlen.
Schweiz5–10 %Service ist enthalten, aber aufrunden üblich.
Italien0–10 %Oft "coperto" oder "servizio" auf der Rechnung.
Frankreich0–10 %"Service compris" gesetzlich — extra ist optional.
Spanien5–10 %Bei guter Bedienung; nicht zwingend.
Großbritannien10–12,5 %Häufig schon als "service charge" addiert.
Japan0 %Kein Trinkgeld — kann als unhöflich gelten.
China / Korea0 %Im Alltag kein Trinkgeld.
Türkei5–10 %"Bahşiş" üblich; in Touristenzonen erwartet.

Wie wird Trinkgeld berechnet?

Üblicherweise wird der Prozentsatz auf den Endbetrag der Rechnung (also inkl. MwSt) angewendet. In den USA wird gelegentlich auf den Subtotal-Betrag (vor Steuer) gerechnet, in Europa fast immer auf die Brutto-Summe. Wichtig:

  • Steht eine "service charge" oder "servizio" schon auf der Rechnung, ist das bereits dein Trinkgeld — Doppeltipps muss man nicht geben.
  • Bei Lieferdiensten wird die Liefergebühr nicht als Trinkgeld an den Kurier gezahlt — extra Tip ist nett.
  • Wenn du nicht sicher bist, frage ruhig „Is service included?" — das ist überall höflich.

Die reine Formel:

Trinkgeld   = Rechnung × Prozent / 100
Gesamt      = Rechnung + Trinkgeld
Pro Person  = Gesamt / Personenzahl

Tip-Splitting in der Gruppe

Bei größeren Gruppen gibt es zwei einfache Wege:

  1. Gleichmäßig teilen. Gesamt (Rechnung + Trinkgeld) durch Anzahl der Personen. Schnell, fair für ungefähr gleich teure Bestellungen.
  2. Nach Konsum aufteilen. Jeder rechnet seinen Anteil aus, das Trinkgeld wird darauf prozentual aufgeschlagen. Fairer, wenn die Bestellungen sehr unterschiedlich sind.

In den USA fügen viele Restaurants ab z. B. 6 Personen automatisch ein „auto-gratuity" (oft 18 %) hinzu — vor dem Aufrunden nachsehen!

Beispielrechnung

Rechnung 80 €, 4 Personen, 10 % Trinkgeld:

Trinkgeld = 80 × 0,10 = 8 €
Gesamt    = 80 + 8 = 88 €
Pro Person = 88 / 4 = 22 €

Aufrunden auf 90 € (also 12,50 % Tip) ist eine pragmatische Variante, vor allem in Cash-Zahlungen.

Bar- oder Kartenzahlung beim Trinkgeld?

Kartentrinkgeld ist mittlerweile in den meisten Ländern Standard. Was zu wissen ist:

  • An Bezahlterminals fragt das Gerät meist nach einem Tip-Prozentsatz oder einem absoluten Betrag. Lies kurz, was tatsächlich abgebucht wird, bevor du bestätigst.
  • Bei manchen Restaurants läuft das Kartentrinkgeld über die Buchhaltung — der Bedienung erreicht es eventuell nicht in voller Höhe. Wer das vermeiden will, lässt einen kleinen Betrag in bar zurück.
  • In Selfservice-Cafés und to-go-Spots ist ein Kartentrinkgeld optional; man muss sich nicht zu einer hohen Quote drängen lassen.

Häufige Fragen

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Alle Berechnungen finden direkt in deinem Browser statt. Es werden keine Beträge an einen Server gesendet, nichts wird gespeichert.

Ist Trinkgeld in Deutschland Pflicht?

Nein, Trinkgeld ist in Deutschland rechtlich nicht verpflichtend. Im Service-Bereich (Restaurant, Taxi, Friseur) sind 5–10 % oder ein Aufrunden aber Standard und werden als Anerkennung guter Arbeit erwartet. Pflicht ist nur die Schlussrechnung, der Rest liegt in deinem Ermessen.

Was ist mit Liefer-Apps (Uber Eats, Lieferando)?

Die Liefergebühr ist nicht das Trinkgeld für den Kurier — sie geht großteils an die Plattform. Wenn du den Fahrer wertschätzen willst, nutze die Trinkgeld-Funktion in der App oder gib das Geld direkt bei der Übergabe in bar. 1–3 € sind eine gute Größenordnung, mehr bei schlechtem Wetter oder weiter Strecke.

Wer bekommt das Trinkgeld?

Klassisch geht das Trinkgeld an die direkte Bedienung. Viele Restaurants führen jedoch ein „Tronc"-System ein, in dem alle Trinkgelder gepoolt und nach Schichten/Verantwortung verteilt werden (Küche, Bar, Service). Wenn du sicher sein willst, dass dein Tipp einer bestimmten Person zugutekommt, gib ihn bar und persönlich.

Gibt man Trinkgeld auf die Bruttosumme oder netto?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird das Trinkgeld traditionell auf den Bruttobetrag der Rechnung gegeben — also auf das, was am Ende auf der Rechnung steht. In den USA streiten sich die Lager: pre-tax (also vor 'sales tax') ist üblicher und etwas günstiger für den Gast, post-tax wird im gehobenen Service erwartet. Wer nicht sicher ist, bleibt beim Gesamtbetrag — das ist die einfachste und sozial sichere Variante.

Was tun, wenn auf der Rechnung schon eine Service-Pauschale steht?

Bei großen Gruppen ('large party gratuity') oder in vielen Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich ist eine Servicepauschale von 10 - 15 % oft bereits enthalten — in Italien heißt sie 'coperto' oder 'servizio', in Frankreich 'service compris'. In diesen Fällen ist kein zusätzliches Trinkgeld erwartet; ein kleiner Aufschlag (1 - 5 EUR auf den Tisch) ist eine nette Geste, aber kein Muss.

Trinkgeld weltweit — was die Kulturen unterscheidet

Trinkgeld ist kein Naturgesetz, sondern eine soziale Konvention, die sich von Land zu Land stark unterscheidet. In den USA ist Tip ein wesentlicher Lohnbestandteil — der gesetzliche 'tipped minimum wage' liegt in vielen Bundesstaaten bei nur 2,13 USD pro Stunde (Stand 2025), und 18 - 22 % Trinkgeld werden im Restaurant praktisch erwartet. In Mitteleuropa hingegen ist Tip ein Aufschlag für besonders gute Bedienung: 5 - 10 % gelten als großzügig, weil Bedienpersonal hier nach Tariflohn bezahlt wird. In Japan ist Trinkgeld oft eine Beleidigung und kann höflich zurückgegeben werden.

Auch innerhalb eines Landes gibt es Unterschiede: in den USA wird im Fast-Food-Restaurant traditionell nicht getippt, beim Friseur gelten 15 - 20 %, beim Taxi 10 - 15 %, im Hotel pro Koffer 1 - 2 USD, im Restaurant 18 - 22 %. Mit dem Aufkommen der Tablet-Kassensysteme ('tip creep' oder 'guilt tipping') werden seit etwa 2020 auch in Bäckereien und Cafés Vorgaben von 18 / 22 / 25 % gezeigt — die Auswirkungen sind Gegenstand laufender Soziologie- und Verhaltensökonomie-Forschung (Conlin et al., 2003; Lynn 2015).

Ein gut gemeintes Trinkgeld kann also je nach Land und Situation großzügig, normal oder unpassend wirken. Dieser Rechner ist Geldwert-neutral: er rechnet schnell den Prozent-Aufschlag, den Gesamtbetrag und den Pro-Kopf-Anteil aus, egal in welcher Währung. Die kulturelle Einschätzung, wie viel angemessen ist, übernimmt er nicht — dafür haben wir oben eine Etikette-Tabelle und einen FAQ-Bereich.

Die Berechnungs-Formel

Die Rechnung ist eine schlichte Prozentrechnung mit anschließender Division durch die Personenzahl. Auch eine Umkehrrechnung ist möglich: aus einem gewünschten 'krummen' Endbetrag oder Pro-Kopf-Anteil lässt sich der Nettobetrag wieder herleiten.

tip       = bill * tip_percent / 100
total     = bill + tip
per_person = total / people

Reverse:
desired_total / (1 + tip_percent/100) = bill
desired_per_person * people = total

Konkrete Beispiele

Fünf typische Restaurant- und Reise-Szenarien:

  • Rechnung 48,50 EUR, 10 % Trinkgeld in Deutschland: 4,85 EUR Tip, Gesamtbetrag 53,35 EUR. Aufgerundet auf glatte 53 oder 55 EUR — beides üblich.
  • Rechnung 86,00 USD im US-Restaurant, 20 % Trinkgeld: 17,20 USD Tip, Gesamtbetrag 103,20 USD. Bei Kreditkartenzahlung in das 'Tip'-Feld 17,20 eintragen und 103,20 als Total.
  • Vier Personen, Rechnung 124,00 EUR, 15 % Trinkgeld: 18,60 EUR Tip, Gesamt 142,60 EUR, pro Person 35,65 EUR. In der Praxis 36 EUR pro Person und die Rundungsdifferenz als Aufrundung an die Bedienung.
  • Lieferdienst (z.B. Pizza): Rechnung 28,00 EUR, 10 % Trinkgeld: 2,80 EUR, gesamt 30,80 EUR. Bei Lieferung auf 31 oder 32 EUR aufrunden ist üblich.
  • Taxi vom Flughafen: Rechnung 47,80 EUR, 10 % Trinkgeld: 4,78 EUR, gesamt 52,58 EUR. Üblich ist 'Stimmt so' bei 52 EUR oder 53 EUR — was etwa 9 - 11 % entspricht.

Was der Rechner nicht kann

Der Rechner kennt keine kulturellen Konventionen, keine Service-Pauschalen, keine Mehrwertsteuer-Sonderfälle und keine lokalen Erwartungen. In Ländern mit obligatorischer Servicepauschale (z.B. 'servizio' in Italien, 'large party gratuity' in den USA bei Gruppen ab 6 Personen) ist ein zusätzliches Trinkgeld nicht notwendig — die Pauschale steht bereits auf der Rechnung. In den USA wird der Tip oft auf den Pre-Tax-Betrag berechnet; das musst du gegebenenfalls von Hand machen. Wer den Tip exakt auf eine glatte Endsumme bringen möchte, gibt den gewünschten Gesamtbetrag im Kopf vor und rechnet rückwärts — z.B. ein Total von 60 EUR auf eine Nettorechnung von 52 EUR bedeutet 8 EUR Tip ≈ 15,4 %. Steuerliche Behandlung des Trinkgelds beim Arbeitnehmer ist Sache des nationalen Steuerrechts und nicht Gegenstand dieser Seite.

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