Welches LLM ist für deinen Use Case am günstigsten?

Trage Tokens und Volumen ein — alle Modelle erscheinen nebeneinander mit Tages-, Monats- und Pro-Request-Kosten. Preise editierbar.

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So setzen sich die LLM-Kosten zusammen

Anbieter rechnen pro Million Token (Mtok) ab — separat für Input (Prompt + System + Kontext) und Output (Modellantwort). Dazu kommt bei vielen Anbietern ein Caching-Tarif: stabile Kontext-Anteile werden gecached und beim nächsten Mal zu einem Bruchteil des Input-Preises gelesen. Bei vielen Requests mit ähnlichem System-Prompt kann das die Rechnung drastisch senken — typischerweise um 50–90 % des Input-Anteils.

Praxis: Wie wähle ich das günstigste Modell?

Klassifikation, Summarization, einfache Extraktionen: kleine Modelle (Haiku, GPT-4o mini, Gemini Flash, DeepSeek) sind oft 20–100× günstiger als die Top-Modelle und reichen für 80 % der Workloads. Reasoning-, Code- und Multi-Hop-Aufgaben profitieren von Opus, GPT-4o, Gemini Pro. Tipp: in Production einen Router bauen, der einfache Aufgaben an günstige Modelle und komplexe an Top-Modelle leitet — typische Ersparnis 40–70 %.

Tipps zur Kostenreduktion

  • Prompt-Caching nutzen: System-Prompts und große konstante Kontexte als Cache-Block markieren — Anthropic, OpenAI, Google bieten das alle.
  • Output kürzen — Output ist meist 3–5× teurer als Input. Strukturierte JSON-Outputs statt langer Prosa.
  • Batch-API nutzen: Asynchrone Batches sind bei Anthropic und OpenAI 50 % günstiger als Live-Requests.

Die fünf Kosten-Hebel bei LLM-APIs (Stand Mitte 2026)

Eine LLM-API-Rechnung setzt sich aus mehr Komponenten zusammen, als die meisten Teams am Anfang erwarten. Die offensichtlichen sind Input-Tokens (alles, was du sendest: System-Prompt, History, User-Message, Tool-Definitionen) und Output-Tokens (was das Modell generiert). Die nicht so offensichtlichen sind Cache-Read-Tokens (5-10x günstiger als Input bei Anthropic und OpenAI), Cache-Write-Tokens (bei Anthropic 25 % teurer als Input für den ersten Write, danach kostenlos pro Cache-Hit für 5 Minuten), und bei Vision-Modellen Image-Tokens (z.B. ca. 765-1100 Tokens pro 1024x1024-Bild bei GPT-4o, je nach detail-Setting).

Mitte 2026 liegt die Preisspanne zwischen den größten und kleinsten Modellen bei circa 100x. Claude Opus 4.7 kostet 15 USD / 75 USD pro Million Tokens (Input/Output). Claude Haiku 4.5 liegt bei 1 USD / 5 USD. GPT-4o-mini bei 0.15 USD / 0.60 USD. Gemini 2.0 Flash bei 0.075 USD / 0.30 USD. DeepSeek V3 bei 0.27 USD / 1.10 USD. Das bedeutet: ein gleicher Workload, der bei Opus 1.000 USD pro Monat kostet, läuft bei Haiku 4.5 für circa 67 USD, bei Gemini Flash für circa 5 USD. Die richtige Frage ist nicht "welches Modell hat die niedrigsten Token-Preise", sondern "welches Modell ist gerade groß genug, um die konkrete Aufgabe zu lösen".

Beachte auch die Output-Asymmetrie: bei fast allen Anbietern kostet ein Output-Token 3-5x so viel wie ein Input-Token. Wer also Antworten von "erkläre ausführlich" auf "antworte in 50 Wörtern" kürzt, spart oft mehr als wer den Prompt reduziert. Im Default-Setting dieses Tools (5.000 Input, 1.000 Output) bestimmt der Input zwar die Latenz, aber häufig nur 40-50 % der Kosten — der Rest geht in den Output, obwohl er nur ein Fünftel der Tokens ausmacht.

Die Kosten-Formel

Die Berechnung pro Request — inklusive Cache-Hit-Rate — ist:

cached_in   = input_tokens * (cache_hit_rate / 100)
fresh_in    = input_tokens - cached_in

cost_request = (fresh_in   * price_in     +
                cached_in  * price_cache  +
                out_tokens * price_out) / 1_000_000

cost_day   = cost_request * requests_per_day
cost_month = cost_day     * 30

// Beispiel: Claude Sonnet 4.6 (3.00 / 15.00 / 0.30 USD pro Mtok),
//           5000 Input, 1000 Output, 0 % Cache, 1000 Requests/Tag
// fresh_in   = 5000
// cost_req   = (5000 * 3 + 0 * 0.3 + 1000 * 15) / 1_000_000 = 0.030 USD
// cost_day   = 30 USD
// cost_month = 900 USD

// Gleiche Last mit 80 % Cache:
// fresh_in   = 1000
// cost_req   = (1000 * 3 + 4000 * 0.3 + 1000 * 15) / 1_000_000 = 0.0192 USD
// cost_month = 576 USD --> 36 % Ersparnis

Realistische Workload-Szenarien

Fünf konkrete Workloads und ihre Monatskosten — basierend auf Default-Preisen aus dem Tool. Die Zahlen helfen, ein Bauchgefühl zu entwickeln, was bei einer Idee real auf die Rechnung kommt:

  • Customer-Support-Chatbot, 5.000 Conversations/Tag, je ca. 2.000 Input + 500 Output Tokens. Mit Claude Haiku 4.5 (1 USD / 5 USD pro Mtok): pro Conversation 0.0045 USD, pro Tag 22.50 USD, pro Monat 675 USD. Mit Claude Sonnet 4.6 (3 / 15): 2.475 USD/Monat. Mit Gemini 2.0 Flash: 56 USD/Monat. Das Tool zeigt den Vergleich live.
  • RAG-System mit großem System-Prompt, 1.000 Requests/Tag: 8.000 Token statischer Prompt + Retrieved Context + 800 Token Output. Ohne Caching mit Claude Sonnet 4.6: 8.000 * 3 + 800 * 15 = 36.000 USD/Mio = 36 USD/Tag, 1.080 USD/Monat. Mit 90 % Cache-Hit auf dem System-Prompt: 800 * 3 + 7.200 * 0.30 + 800 * 15 = 16.560 USD/Mio = 16.56 USD/Tag, 497 USD/Monat — also über 50 % Ersparnis allein durch Prompt-Caching.
  • Asynchroner Daten-Extraktor (z.B. PDFs in JSON), 100.000 Dokumente/Monat, je 4.000 Input + 1.500 Output. Live-API mit GPT-4o-mini: 4.000 * 0.15 + 1.500 * 0.60 = 1.500 USD/Mio. Pro Dokument 0.0015 USD, total 150 USD/Monat. Mit OpenAI Batch-API (50 % günstiger): 75 USD/Monat. Mit Anthropic Claude Haiku 4.5 als Batch: ~190 USD/Monat. Bei nicht-zeitkritischen Workloads (Pipeline-Jobs, Backfill) lohnt sich Batch fast immer.
  • Code-Assistent für 50 Entwickler, ca. 200 Requests pro Entwickler-Tag (10.000/Tag), je 6.000 Input (Code-Kontext) + 1.500 Output. Mit Claude Sonnet 4.6 ohne Cache: 6.000 * 3 + 1.500 * 15 = 40.500 USD/Mio = 0.0405 USD/Request = 405 USD/Tag = 12.150 USD/Monat. Mit 70 % Cache (Codebase-Prompt ändert sich selten): 1.800 * 3 + 4.200 * 0.30 + 1.500 * 15 = 29.160 USD/Mio = 8.748 USD/Monat. Sparpotenzial: 28 %.
  • Hochfrequente Klassifikation (Spam-Filter, Sentiment-Tagging), 1.000.000 Requests/Tag, je 200 Input + 5 Output. Mit Gemini 2.0 Flash: 200 * 0.075 + 5 * 0.30 = 16.5 USD/Mio = 0.0000165 USD/Request = 16.50 USD/Tag = 495 USD/Monat. Mit DeepSeek V3: 200 * 0.27 + 5 * 1.10 = 59.5 USD/Mio = 1.785 USD/Monat. Bei dieser Größenordnung ist die richtige Modell-Auswahl wichtiger als jede Optimierung am Prompt.

Grenzen dieser Kalkulation

Die Berechnung ist ein lineares Modell und ignoriert mehrere reale Effekte. (1) Preise ändern sich. Die Default-Werte sind ein Stand Mitte 2026 — Anthropic, OpenAI und Google senken Preise alle 6-12 Monate (manchmal um 50 %+), gleichzeitig kommen neue Top-Modelle zu höheren Preisen dazu. Prüfe vor produktivem Einsatz immer die offiziellen Preisseiten. (2) Cache-Write-Kosten sind hier nicht modelliert. Anthropic verlangt für den ersten Cache-Write 1.25x den Input-Preis (Standard) oder 2x (1h-TTL). Bei sehr niedrigem Cache-Hit-Anteil kann Caching kurzfristig teurer sein. (3) Image-, Audio- und Video-Tokens sind separat abgerechnet. Bei GPT-4o ca. 765-1100 Tokens pro 1024x1024-Bild, bei Claude Sonnet ca. 1.500 Tokens. (4) Tool-Use-Overhead: jede Tool-Definition verbraucht zwischen 50 und mehrere hundert Tokens pro Request. (5) Latenz-Kosten (=langsamere Responses bei großen Modellen) sind nicht eingerechnet — können aber UX-relevant sein und indirekt Conversion kosten. Nutze diese Kalkulation als Größenordnungs-Schätzer, nicht als Abrechnungs-Tool.

Häufige Fragen

Was ist Prompt-Caching genau und wann lohnt es sich?
Anthropic und OpenAI cachen statische Prompt-Präfixe (z.B. System-Prompt, Few-Shot-Examples, RAG-Context) im KV-Cache der Inferenz-Server. Beim ersten Request zahlst du den Cache-Write (Anthropic: 1.25x Input-Preis), bei jedem Folge-Request innerhalb von 5 Minuten (oder 1 Stunde im Long-TTL-Modus) zahlst du nur 10 % des normalen Input-Preises für die gecachten Tokens. Es lohnt sich ab circa 1.024 Tokens Cache-Größe und mindestens 2-3 Requests innerhalb des TTL-Fensters mit identischem Präfix. Bei produktiven Chat- oder RAG-Systemen sind 50-90 % Einsparungen normal.
Lohnt sich die Batch-API für meinen Anwendungsfall?
Wenn deine Requests nicht in einer User-Conversation eingebettet sind und du eine Latenz von bis zu 24 Stunden tolerieren kannst — ja. OpenAI Batch und Anthropic Message Batches sind beide 50 % günstiger als Live-Calls. Typische Kandidaten: Daten-Extraktion aus Dokumenten, Klassifikation großer Datensätze, Embeddings nachts berechnen, Übersetzungen für CMS-Backfill. Nicht geeignet: User-facing Chats, Echtzeit-Decisions, alles mit Latenz < 1 Minute.
Warum ist Output 3-5x teurer als Input?
Inferenz-Hardware unterscheidet zwischen Prefill (Input-Tokens parallel verarbeitet, sehr GPU-effizient) und Decode (Output-Tokens müssen sequenziell generiert werden, eine pro Forward-Pass). Decode ist deutlich teurer in GPU-Sekunden pro Token. Anbieter geben diesen Unterschied direkt in den Preisen weiter. Konsequenz: jeder Token, den die Antwort kürzer ist, spart 3-5x so viel wie ein Token weniger Input. Ein max_tokens=200 statt max_tokens=1000 kann monatlich die Rechnung halbieren.
Warum sind die Preise im Tool in USD und nicht in EUR?
Anthropic, OpenAI, Google und DeepSeek listen Preise primär in USD. Die EUR-Beträge schwanken mit dem Wechselkurs und sind in Rechnungen oft erst nach dem Monatsende final. Die meisten LLM-Cost-Reports und Vergleichsseiten arbeiten ebenfalls in USD/Mio Tokens. Bei einem Wechselkurs von ca. 1.05 USD/EUR (Stand Mitte 2026) sind die Beträge fast 1:1 vergleichbar.
Wie genau treffen die Default-Preise im Tool?
Sie spiegeln die öffentlich publizierten Listenpreise der Anbieter Stand Mitte 2026 wider. Volumen-Rabatte (Enterprise-Verträge), regionale Aufschläge auf Azure OpenAI, kostenlose Test-Credits oder Provisioned Throughput sind nicht abgebildet. Die Tabelle ist editierbar — wenn du einen besseren Vertrag hast, kannst du die Preise direkt überschreiben und die Berechnung passt sich live an.
Welches Modell sollte ich starten lassen, um Kosten zu sparen?
Faustregel: fang klein an, skaliere nach oben nur bei nachgewiesenem Bedarf. Für die meisten Workloads reichen GPT-4o-mini, Claude Haiku 4.5 oder Gemini 2.0 Flash. Wechsle nur dann auf Sonnet/GPT-4o/Gemini Pro, wenn ein A/B-Test zeigt, dass die größere Modellqualität tatsächlich Conversion, Genauigkeit oder Kunden-Zufriedenheit erhöht. Opus / GPT-4o-Tier brauchst du in der Praxis nur für hochwertige Code-Generierung, juristische Analysen oder mehrstufige Reasoning-Tasks. Ein typischer Pfad: erstes MVP auf Haiku/Flash, in der Beta-Phase eine repräsentative Probe parallel auf Sonnet laufen lassen und Outputs vergleichen.

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