Wie viele Tage darfst du noch in Schengen bleiben?

Trage deine Reisen ein — der Rechner zeigt deine verbleibenden Tage im rollierenden 180-Tage-Fenster.

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Die 90/180-Regel einfach erklärt

Drittstaatsangehörige ohne Visum dürfen sich innerhalb eines beliebigen 180-Tage-Zeitraums maximal 90 Tage im Schengen-Raum aufhalten. Das Fenster rollt — es zählen also nicht starre Kalender-Halbjahre, sondern für jeden Tag die 180 zurückliegenden Tage. Ein- und Ausreisetag werden jeweils mitgezählt.

So wird gezählt — Schritt für Schritt

1) Wähle das Referenzdatum (heute oder das gewünschte Einreisedatum). 2) Bestimme das Fenster: 179 Tage zurück inkl. Referenzdatum = 180 Tage. 3) Zähle alle Tage in diesem Fenster, an denen du im Schengen-Raum warst. 4) 90 minus diese Summe = noch verfügbar. Beispiel: Wenn du in den letzten 180 Tagen 45 Tage in Schengen warst, hast du noch 45 Tage übrig.

Häufige Stolperfallen

  • Ein- und Ausreisetag zählen beide als ganzer Tag im Schengen-Raum.
  • Irland, Zypern, Rumänien (Land), Bulgarien (Land) sind kein Schengen — Aufenthalte dort werden nicht angerechnet (Stand 2026 für Land-Grenzen).
  • Mit nationalem Visum (Typ D) oder Aufenthaltstitel gilt die 90/180-Regel nicht — diese Aufenthalte separat zählen.
  • Bei Überschreitung drohen Bußgelder, Einreisesperren und Probleme bei künftigen Visumanträgen — im Zweifel früher ausreisen.

Die 90/180-Regel im Detail

Der Schengen-Raum umfasst aktuell 29 europäische Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Griechenland sowie die Nicht-EU-Länder Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein. Für visumfreie Drittstaatsangehörige gilt die in Artikel 6 des Schengener Grenzkodex (Verordnung (EU) 2016/399) festgelegte Regel: Maximal 90 Tage Aufenthalt innerhalb eines beliebigen Zeitraums von 180 Tagen — die sogenannte 'rolling window'. Entscheidend ist also nicht das Kalenderjahr, sondern ein gleitendes Fenster, das sich täglich mitbewegt.

Jeder Anwesenheitstag im Schengen-Raum zählt, auch Einreise- und Ausreisetag — der Aufenthalt wird nach Datum, nicht nach Uhrzeit gezählt. Wer also am 1. März einreist und am 1. März ausreist, hat 1 Tag verbraucht; wer am 1. März einreist und am 5. März ausreist, 5 Tage. Unterschiedliche Schengen-Länder werden zusammengezählt: 30 Tage in Deutschland, 30 Tage in Spanien und 30 Tage in Frankreich ergeben in Summe 90 Tage — das volle Kontingent. Nationale Visa (Typ D) zählen separat und werden hier nicht erfasst.

Die offizielle EU-Berechnung folgt einem klaren Prozess: An jedem Tag des Aufenthalts werden die vorangegangenen 179 Tage betrachtet. Sind in diesem 180-Tage-Fenster zusammen mit dem aktuellen Tag mehr als 90 Schengen-Tage erfasst, liegt eine Überschreitung vor. Die EU stellt einen offiziellen Online-Rechner bereit (ec.europa.eu/assets/home/visa-calculator), der dasselbe Verfahren nutzt. Dieser Rechner hier liefert dieselbe Logik plus eine Vorausschau, wie viele Tage maximal noch verbraucht werden dürfen.

Die Berechnungs-Logik

Die Berechnung bestimmt zuerst das 180-Tage-Fenster, das mit dem Stichtag endet, und zählt dann die eindeutigen Aufenthaltstage in diesem Fenster. Der frühestmögliche Reset-Tag ergibt sich, wenn der älteste Aufenthaltstag aus dem 180-Tage-Fenster herausfällt. Pseudo-Code:

window_end   = reference_date
window_start = reference_date - 179 days

days_used = sum of distinct Schengen-days in [window_start, window_end]
days_left = max(0, 90 - days_used)

Earliest reset: oldest_used_date + 180 days

Konkrete Beispiele

Fünf typische Reise-Szenarien:

  • Ein 30-Tage-Urlaub in Spanien im Februar 2026 und ein 30-Tage-Aufenthalt in Italien im Mai 2026, Stichtag 09.06.2026: 60 Tage verbraucht, 30 Tage übrig im aktuellen 180-Tage-Fenster.
  • 90 Tage in Portugal am Stück (z.B. 01.01. - 31.03.). Erst nach Ablauf von 180 Tagen ab dem ersten Aufenthaltstag — also ab dem 30.06. — startet das Kontingent vollständig neu.
  • Häufige Geschäftsreisen: 10 × 5 Tage in Deutschland innerhalb von 180 Tagen ergibt 50 Tage. Es bleiben 40 Tage Spielraum — reicht für weitere zwei längere Trips, danach ist Pause angesagt.
  • 60 Tage in Frankreich vom 01.10.2025 bis 29.11.2025. Beim Stichtag 09.06.2026 ist das 180-Tage-Fenster (12.12.2025 - 09.06.2026) bereits nach dem Aufenthalt gestartet — verbraucht: 0 Tage, voller 90-Tage-Vorrat verfügbar.
  • 30 Tage in Schweden vom 15.04. - 14.05.2026. Stichtag 09.06.2026: 30 Tage verbraucht, frühester voller Reset am 12.10.2026 (= 15.04. + 180 Tage).

Worauf der Rechner nicht achtet

Dieser Rechner ist eine Hilfsrechnung und keine Rechtsberatung. Mehrere Sonderfälle werden bewusst nicht abgebildet: nationale Langzeit-Visa (Typ D), bilaterale Sichtvermerkabkommen einzelner Schengen-Staaten (z.B. spezielle deutsch-amerikanische Vereinbarungen, die in der Praxis allerdings durch EU-Recht überlagert werden), Aufenthalte mit Schengen-Aufenthaltstitel oder EU-Blue Card, Transitaufenthalte unter 24 Stunden im Flughafen-Transitbereich sowie Zeiträume, in denen ein C-Visum mit ausdrücklich abweichender Gültigkeit erteilt wurde. Für rechtsverbindliche Auskünfte wende dich an das Konsulat des Zielstaates oder einen Migrationsanwalt. Bei drohender Überschreitung gilt: lieber einen Tag früher ausreisen — Bußgelder und Einreisesperren von 1 bis 3 Jahren sind keine Seltenheit.

Häufige Fragen zur Schengen-Regel

Was bedeutet '90 Tage in 180 Tagen' genau?
Jeden Tag wird das Fenster der vergangenen 180 Tage betrachtet. In diesem Fenster dürfen maximal 90 Anwesenheitstage liegen. Es handelt sich nicht um Halbjahre, sondern um ein 'rollendes' Fenster — wer am 1. März prüft, schaut auf den Zeitraum 3. September des Vorjahres bis 1. März.
Zählen Einreise- und Ausreisetag mit?
Ja, beide. Ein Tagestrip von Berlin nach Warschau und zurück am selben Tag verbraucht einen Schengen-Tag. Wer am 10. März einreist und am 20. März ausreist, verbraucht 11 Tage (10., 11., 12. ... 20.).
Gilt die 90/180-Regel auch für die Schweiz?
Ja. Die Schweiz ist Teil des Schengen-Raums (seit 2008), auch wenn sie nicht in der EU ist. Tage in der Schweiz zählen mit zu den 90 Schengen-Tagen. Dasselbe gilt für Norwegen, Island, Liechtenstein, Kroatien (seit 2023) sowie für die meisten weiteren EU-Staaten — Ausnahmen sind aktuell Irland und Zypern.
Was passiert bei einer Überschreitung?
Die Folgen reichen von Bußgeldern (in Deutschland bis zu 3.000 EUR) über kurze Überschreitungen bis zu mehrjährigen Einreisesperren für längere oder wiederholte Verstöße. Zusätzlich wird die Überschreitung im SIS (Schengen-Informationssystem) gespeichert und erschwert künftige Visumanträge oder ESTA-/ETIAS-Genehmigungen.
Wie wird das ETIAS ab 2026 die Regel verändern?
ETIAS (European Travel Information and Authorisation System) ist eine Vorab-Genehmigung für visumfreie Drittstaatsangehörige, geplant für die zweite Hälfte 2026. Die 90/180-Regel bleibt unverändert — ETIAS prüft nur, ob du überhaupt einreisen darfst, ändert aber nicht die maximale Aufenthaltsdauer.
Werden meine Reisedaten gespeichert?
Nein. Alle Reisedaten bleiben in deinem Browser. Es findet keine Übertragung an unseren Server statt und es gibt kein Nutzerkonto. Du kannst den Tab schließen oder die Seite neu laden — gespeichert wird nichts.

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