Annuitätendarlehen — Monatsrate berechnen
Bei einem Annuitätendarlehen zahlst du jeden Monat den gleichen Betrag — die sogenannte Annuität. Diese Rate besteht aus zwei Teilen: dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil. Zu Beginn der Laufzeit ist die Restschuld hoch, also fällt der Zinsanteil hoch aus und nur ein kleiner Teil der Rate fließt in die Tilgung. Mit jeder geleisteten Rate sinkt die Restschuld — und damit der Zinsanteil. Der Tilgungsanteil wächst entsprechend, weil die gesamte Rate gleich bleibt. Am Ende der Laufzeit ist das Darlehen vollständig zurückgezahlt. Der große Vorteil: Du hast über die gesamte Laufzeit eine planbare, konstante monatliche Belastung, ideal für Haushaltsplanung und Baufinanzierung.
Die klassische Annuitätenformel lautet:
A = K · (q^n · (q − 1)) / (q^n − 1)oder gleichwertig in der monatlichen Variante:M = P · i / (1 − (1 + i)^−n)Dabei bedeuten die Variablen:Angenommen, du nimmst ein Annuitätendarlehen über 200.000 € mit einem Sollzins von 3,5 % p. a. und einer Laufzeit von 25 Jahren auf. Dann gilt:
P = 200.000 €
i = 3,5 % / 12 = 0,002917 (monatlich)
n = 25 · 12 = 300 Monate
Einsetzen in die Formel:
M = 200.000 · 0,002917 / (1 − (1,002917)^−300) ≈ 1.001,25 €Du zahlst also rund 1.001 € pro Monat. Über die gesamte Laufzeit summieren sich die Zahlungen auf rund 300.375 €, davon entfallen circa 100.375 € auf Zinsen. Probiere die Werte einfach im Rechner oben aus — bei höherer Tilgung sinkt die Laufzeit und damit der Zinsaufwand deutlich.
Sollzins (nominaler Jahreszins): Der reine Zinssatz, mit dem die Restschuld pro Jahr verzinst wird. Steht meist groß in der Werbung der Bank.
Effektivzins: Der tatsächliche jährliche Effektivzins beinhaltet zusätzlich zum Sollzins alle weiteren obligatorischen Kosten — z. B. Bearbeitungsgebühren, Disagio, manche Restschuldversicherungen. Beim Vergleich von Kreditangeboten ist immer der Effektivzins die entscheidende Kennzahl.
Restschuld: Die zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht getilgte Darlehenssumme. Sie sinkt mit jeder Rate. Bei Baufinanzierungen ist häufig die Restschuld am Ende der Zinsbindung entscheidend, weil hierfür eine Anschlussfinanzierung benötigt wird.
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In dieser einfachen Version berücksichtigt der Rechner ausschließlich die klassische Annuitätenformel ohne Sondertilgungen. Ein erweiterter Tilgungsplan mit jährlichen Sondertilgungen ist als zukünftige Erweiterung geplant. Für eine grobe Abschätzung kannst du die Laufzeit verkürzen und beobachten, wie stark die Zinskosten sinken — eine Sondertilgung wirkt im Prinzip wie eine Laufzeitverkürzung.
Wenn die Zinsbindung endet, ist das Darlehen meistens noch nicht vollständig getilgt — es bleibt eine Restschuld. Für diesen Betrag brauchst du eine Anschlussfinanzierung: entweder bei der gleichen Bank (Prolongation) oder bei einer anderen Bank (Umschuldung). Du kannst dir die Konditionen bereits 1 bis 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung mit einem Forward-Darlehen sichern, falls du steigende Zinsen erwartest. Wichtig: Nach 10 Jahren Vertragslaufzeit hast du in vielen Ländern (z. B. Deutschland nach § 489 BGB) ein kostenloses Sonderkündigungsrecht.
Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate konstant — zu Beginn ist der Zinsanteil hoch, später überwiegt die Tilgung. Beim Tilgungsdarlehen (auch lineares Darlehen) bleibt der Tilgungsanteil konstant, der Zinsanteil sinkt mit fallender Restschuld. Die Rate ist also am Anfang höher und sinkt im Lauf der Zeit. Über die gesamte Laufzeit zahlt man beim Tilgungsdarlehen meist weniger Zinsen, weil die Restschuld schneller sinkt — die anfängliche Belastung ist aber höher. Annuitätendarlehen sind in Deutschland deutlich verbreiteter, weil die konstante Rate Planungssicherheit gibt.
Nein. Dieser Rechner liefert lediglich eine mathematische Berechnung auf Basis deiner Eingaben und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Für konkrete Kreditentscheidungen — insbesondere bei Baufinanzierungen — solltest du dich an einen unabhängigen Finanzberater, deine Hausbank oder eine Verbraucherzentrale wenden. Steuerliche Auswirkungen, persönliche Risiken (Arbeitslosigkeit, Krankheit), Versicherungen und individuelle Vertragsbedingungen werden hier nicht berücksichtigt.
Der Sollzins ist der Werbepreis — der effektive Jahreszins (Effektivzins) ist der echte Preis. Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie 2008/48/EG schreibt vor, dass Banken den Effektivzins nach einer einheitlichen Formel angeben müssen, in die neben dem Sollzins auch Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren und Restschuldversicherungen einfließen, wenn diese mit dem Kredit zwingend verbunden sind. Praktische Konsequenz: Ein Kredit mit 4,5 Prozent Sollzins kann durch eine Bearbeitungsgebühr von 2 Prozent und eine optionale Restschuldversicherung schnell auf 6 Prozent Effektivzins steigen — Vergleichen lohnt sich also nur über den Effektivzins, niemals über den Sollzins.
Bei Immobilienkrediten kommt ein zweiter, oft übersehener Hebel hinzu: die Zinsbindungsfrist. Wer 2025 einen 25-Jahres-Kredit zu 4 Prozent mit nur 5 Jahren Zinsbindung abschließt, riskiert nach Ablauf eine Anschlussfinanzierung zu deutlich höheren Konditionen — fällt sie 2030 auf 7 Prozent, steigt die Monatsrate für einen Restschuldbetrag von 180.000 Euro um rund 350 Euro. Längere Zinsbindungen (15 bis 20 Jahre) kosten heute etwas mehr Sollzins, sichern aber Planungssicherheit. Tipp: Eine Tilgung von mindestens 2 Prozent jährlich verkürzt die Laufzeit gegenüber 1 Prozent dramatisch — bei 200.000 Euro Kredit zu 4 Prozent sind 1 Prozent Tilgung etwa 40 Jahre Laufzeit, 2 Prozent Tilgung nur etwa 27 Jahre.
Die folgenden Werte sind Annuitätenkredite — gleichbleibende Monatsrate über die gesamte Laufzeit.
Der Rechner geht von einer konstanten Zinsbindung über die gesamte Laufzeit aus — bei Immobilienkrediten in Deutschland ist die Zinsbindung jedoch meist auf 5, 10, 15 oder 20 Jahre begrenzt. Danach folgt eine Anschlussfinanzierung zu dann gültigen Marktzinsen, was den tatsächlichen Effektivzins über die volle Laufzeit erheblich verändern kann. Auch werden Sondertilgungen, Restschuldversicherungen, Bearbeitungs- und Schätzgebühren sowie Bereitstellungszinsen nicht abgebildet. Bei variabel verzinsten Krediten oder endfälligen Darlehen ist der Rechner ungeeignet — diese folgen anderen Tilgungslogiken. Für eine verbindliche Finanzierungszusage immer die Originalkonditionen der Bank prüfen und idealerweise einen unabhängigen Finanzierungsberater (Verbraucherzentrale oder Honorarberater) einschalten. Diese Seite ist Information, keine Finanz- oder Kreditberatung.
Dieser Rechner dient ausschließlich zur unverbindlichen Orientierung und ersetzt keine professionelle Finanzberatung. Die tatsächlichen Konditionen, Gebühren und Effektivzinsen deiner Bank können von den hier berechneten Werten abweichen. Vor Abschluss eines Kreditvertrags solltest du dich unbedingt von einem unabhängigen Finanzberater, deinem Bankberater oder einer Verbraucherzentrale beraten lassen. Die Ergebnisse sind nicht rechtsverbindlich und stellen keine Empfehlung dar.